• Küstencookie

Blütenzauber aus der Pfanne: Ausgebackene Holunderblüten 🌸🌞



Rund um mein Haus stehen etliche Holunderbüsche ... oder wie man hier in Nordfriesland sagt: Fliederbeeren. Man findet sie in unserer Gegend überall. Sobald der Holunder blüht beginnt der Frühsommer.

Holunder zählt daher zu den sogenannten Zeigerpflanzen, also den Pflanzen die im phänologischen Kalender den Beginn von Jahreszeiten anzeigen. Früher galt der Holunder als heilig und das nicht ganz zu Unrecht, denn seine Heilkräfte und Arzneiwirkung waren schon in der Steinzeit bekannt. Ihm wurde nachgesagt, dass er die guten Hausgeister fördert und er wurde als Wunderbaum angesehen, da alle Pflanzenteile zur Arzneiherstellung eingesetzt wurden. Wusstet Ihr, dass bis ins 18. Jahrhundert der Holunder auf der Insel Föhr ehrfürchtig gegrüßt wurde, indem man den Hut zog, wenn man an ihm vorüberging? 👒

Auch heutzutage wird Holunder noch für medizinische Zwecke eingesetzt. Beispielswiese ist Fliederbeersaft (also der Saft aus den Beeren) ein wunderbares Erkältungsmittel. Und kulinarisch haben nicht nur die Beeren einiges zu bieten. Die Blüten kennen wir meist als Gelee oder als Holunderblütensirup, der in spritzigen Getränken wie HUGO seine Verwendung findet.

Aber ausgerechnet hier in Nordfriesland, wo jetzt ab Juni wochenlang alles in ein zartes, festliches Holunderblütenweiß, fast wie in einen Brautschleier gehüllt zu sein scheint und gefühlt die meisten Fliederbeerbüsche Deutschlands (wenn nicht sogar Europas) wachsen, kennt man eines meiner Lieblingsrezepte kaum: ausgebackene Holunderblüten.😋

Sobald die Blütendolden ganz aufgeblüht sind werden sie geerntet. Während das Fett in der Pfanne langsam die richtige Temperatur annimmt, rühre ich einen dünnflüssigen Pfannkuchenteig an. In den werden die Blütendolden getaucht, kurz abtropfen lassen und dann im heißen Fett ausgebacken. Leicht mit Puderzucker bestäubt ist das eine dieser besonderen Delikatessen, die ich nur für eine ganz kurze Zeit im Jahr genießen kann, denn je nach Wetterlage blüht der Holunder nur wenige Wochen lang. Und weil die zarten Blüten sich nicht einfrieren lassen, freu ich mich auf diesen Genuss jedes Jahr aufs neue ganz besonders. Und wer jetzt denkt: "Uuuuih! Das ist aber eine fette Angelegenheit!" - Kein Problem: Holunderblüten regen unter anderem Stoffwechsel, Entwässerung und Fettverbrennung an, senken den Blutzuckerspiegel und stärken das Immunsystem. Also alles wunderbar. 😅

So, Ihr Lieben, jetzt habt Ihr ja so einiges über den Holunder erfahren und ich hoffe, ich habe Euren Appetit angeregt und Lust, diese blühende Köstlichkeit auszuprobieren. Hier kommt das Rezept, ganz nach dem Küstencookie-Motto: Nich' lang schnacken - einfach backen!



Ausgebackene Holunderblüten

(Für 4 Personen)

Zutaten:


16 Holunderblütendolden


Für den Teig:

2 Eier

250 ml Mineralwasser mit Kohlensäure (dann wird der Teig schön luftig)

200 g Mehl

1 Prise Salz


Zum Ausbacken:

200 g Rapsöl oder Kokosöl


Zum Bestäuben:

Puderzucker


Zubereitung:

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Währenddessen alle Zutaten für den Teig in einer Schüssel schaumig verrühren. Testen, ob das Öl heiß genug ist: Haltet den Stiel eines Holzkochlöffel in das Öl. Wenn größere Blasen daran aufsteigen, ist das Öl heiß genug.

Die Blütendolden in den Teig tauchen, bis die Blüten ganz mit damit ummantelt sind, abtropfen lassen und dann im heißen Fett goldbraun backen. Mit Puderzucker bestäuben und sofort genießen.


Guten Appetit und habt einen schönen Start in den Frühsommer. 😎🌸


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