Butterkuchen ohne Hefe und ein wenig Nostalgie

Ich gebe ganz offen zu: ich habe einen Hang zu Nostalgie. Ganz besonders ist dieser Hang in meiner Küche sichtbar, denn neben den notwendigsten modernen Küchengeräten, entdeckt der aufmerksame Besucher dort ein paar Stücke, die fast schon museumsreif sind: eine uralte Mandelmühle, einen Brotschneider, eine Kaffeemühle und alles ganz ohne Elektrik - schlicht und einfach handbetrieben. Und ja, ich benutze sie auch. Eines meiner Highlights jedoch ist ein Butterglas. Wofür man ein Butterglas braucht? Na, zum Butter machen! 😄 Selbstverständlich kann man Butter fertig kaufen. Aber habt Ihr schon mal Butter selbst gemacht? So richtig von Hand und aus ganz frischer Sahne? Das ist etwas ganz besonderes und kostbares. Ich habe, wie Ihr wisst, das große Glück, auf einem sehr ländlichen Fleckchen Erde zu leben: in Nordfriesland. Hier, vor allem auf der Halbinsel Eiderstedt, dürfen die Kühe die gesunde Nordseeluft und frisches Gras auf den satten Weiden genießen. Tierwohl wird groß geschrieben. Und das schmeckt man auch. Unsere Milch macht glücklich, weil sie von glücklichen Kühen stammt. ❤ Stellt Euch vor, Ihr holt frische Milch - nein- nicht die aus dem Supermarkt, sondern die richtig frische Milch vom Bauernhof, die noch nicht entrahmt ist. Dann lasst Ihr sie stehen, so ein paar Stunden, bis der Rahm sich abgesetzt hat und genau den schöpft Ihr ab und füllt ihn ins Butterglas. Für ca. 100 g Butter braucht Ihr 300 ml Sahne/Rahm. Sucht Euch nun einen gemütlichen, schönen Platz, setzt Euch entspannt hin und dann ... loskurbeln! Ihr kurbelt, bis zuerst Schlagsahne und daraus dann Butter entsteht - am besten mit ganz viel nordfriesischer Gelassenheit. Das dauert mit dem Butterglas gar nicht mal so lange - etwa 20 Minuten. Wichtig, damit das Buttern gut klappt: Die Sahne und das Glas müssen Zimmertemperatur haben. Mit kalter Sahne wird es nix. Und ganz optimal ist ein Gewittern, also quasi gegen jede Regel des normalen Sahneschlagens. Dann wird das ganze über einer Schüssel abgesiebt und die Butter in einem sauberen Passiertuch (Käsetuch Oder auch ein dünnes Baumwolltuch) kräftig ausgepresst. Die entstandene Buttermilch schmeckt lecker süßlich. Man kann sie trinken oder z.B. auch für ein Schönheitsbad verwenden. Und die Butter? Die schmeckt köstlich auf frisch gebackenem Brot oder in einem köstlichen Butterkuchen. In meinem Rezept könnt Ihr sogar die selbstgemachte Buttermilch verwenden. Mein Butterglas habe ich übrigens im Internet für rund 30,00 € entdeckt. So, Ihr Lieben, nun aber zum Butterkuchen: da er nicht mit Hefe, sondern mit einem Rührteig gemacht wird, ist diese fluffige Köstlichkeit in weniger als einer Stunde fertig und als Blechkuchen eignet er sich auch für ein paar mehr spontane Gäste ganz wunderbar. So schnell wie der Butterkuchen gebacken ist, kommt jetzt auch das Rezept, wie immer ganz nach dem Küstencookie-Motto: Nich' lang schnacken - einfach backen! Schneller Butterkuchen (Für ein halbes Backblech) Zutaten: Für den Rührteig: 3 Eier 1/2 Tasse Zucker 1/4 Tl Salz 1 Päckchen Vanillezucker 1 Tassen Buttermilch 2 Tassen Mehl 1 Päckchen Backpulver Für den Belag: 8 Eßl Butter, geschmolzen 4 Eßl Zucker 100 g Mandelblättchen (gehobelte Mandeln) Zubereitung: Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Für den Teig Eier mit Salz und Zucker gut schaumig schlagen. Die Buttermilch unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und zugeben. Zu einem glatten Teig rühren. Den Teig gleichmäßig auf das vorbereitete Backblech streichen. Bei 180°C im vorgeheizten Backofen 10 Minuten vorbacken. In der Zwischenzeit die Butter für den Belag schmelzen. Den Kuchen aus dem Backofen holen und vorsichtig mit ein wenig flüssiger Butter bestreichen. Restliche Butter, Zucker und Mandeln mischen und gleichmäßig esslöffelweise dem Kuchen verteilen und den Butterkuchen noch einmal für 12 bis 15 Minuten bei 180°C weiterbacken. Auf dem Backblech abkühlen lassen, in Rechtecke schneiden und am besten lauwarm genießen. Guten Appetit! 😊