Kastanienkuchen oder: Omas Keschdekuche 👵🌰

Wenn ich an meine Kindheit denke, denke ich oft an meine Oma. Zu Festen und zum Wochenende hat sie auch gerne gebacken. Omas Kuchen waren immer etwas Besonderes und im Herbst gab es traditionell einen Kastanienkuchen. Ich erinnere mich noch gut an den zarten Mürbteig und die cremige Kastanienfüllung, ähnlich einem Pie, die stets einen guten Schuss Kirschwasser enthielt. Der Kuchen war so lecker, dass man am liebsten 2 oder drei Stücke gegessen hätte, allerdings war er durch die Kastanien auch so sättigend, dass man über anderthalb Stücke kaum raus kam. 😄 Jahrelang war ich auf der Suche nach dem Rezept für diesen wunderbaren Herbstkuchen, denn leider hat meine Oma ihre Rezepte mit ins Grab genommen. Ich erinnere mich allerdings daran, dass ich als ziemlich kleines Mädchen mal mithelfen durfte. Und diese Erinnerung duftet nach gekochten Kastanien, Zimt, Vanille und Kirschwasser. Und ich weiß auch noch, dass für die Füllung Eischnee geschlagen wurde. Ehrlich, Ihr Lieben, während meiner jahrelangen Suche kam ich schon fast zu der Befürchtung, Oma habe das Rezept selbst erfunden und eigentlich war ich schon kurz davor aufzugeben. Selbst bei Umfragen und Recherchen im Internet nach Kastanienkuchen kamen tausende tolle Rezepte - aber keines war so wie Omas Kastanienkuchen. Ich wollte nicht aufgeben - ich wollte diesen Kuchen! 🤗 Und dann, eines schönen Tages kam mir - zunächst aus purer Verzweiflung - eine glorreiche Idee: In meiner badischen Heimatecke heißen Kastanien "Keschde". Fast schon ein wenig zynisch gab ich also in meine Suchleiste das Wort "Keschdekuche" ein. Leute, Ihr glaubt es nicht! Aber da war er! Omas "Keschdekuche"- zumindest ein Rezept,das dem meiner Oma sehr ähnelt. Und mit meinen ausgegrabenen Erinnerungen, dem im gefundenen Rezept fehlenden Kirschwasser und ein wenig Experimentieren ist es endlich gelungen: meine Version von Omas Kastanienkuchen. 😊 Damit das Rezept nie wieder verloren geht, habe ich es sofort aufgeschrieben - Gott sei Dank, denn das kleine Forum im Internet, bei dem ich das Basis-Rezept gefunden hatte, existiert nicht mehr. Und ganz nach dem Küstencookie-Motto gebe ich es nun an Euch weiter. Also: Nich' lang schnacken - einfach backen! Hier kommt mein Rezept: Omas Kastanienkuchen (Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser) Zutaten: Für den Teig: 100 g weiche Butter 50 g Zucker 1 Pck. Vanillezucker 1 Prise Salz 1 kleines Ei 200 g Mehl Für die Füllung: 3 Eier, getrennt 180 g weiche Butter 500 g Esskastanien (Maronen), gekocht und geschält 180 g brauner Zucker 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker 1/2 Teelöffel Zimt 3 - 4 Eßl Kirschwasser Zubereitung: Die Zutaten für den Teig mischen und zu einem glatten Mürbteig verkneten. Den Teig bis zur Weiterverarbeitung kühl stellen. Den Backofen auf 175°C vorheizen. Eine Backform einfetten und ausmehlen. Die Kastanien mit dem Eigelb fein pürieren. Butter mit dem Zucker cremig rühren, Vanillezucker und Zimt unterrühren. Eiweiß steif schlagen und mit dem Kastanienpüree locker unter die Eiercreme heben. Kirschwasser unterziehen. Teig ausrollen und in die Backform legen. Die Füllung auf den Teig geben und glatt streichen.
Den Kastanienkuchen bei 175 Grad ca. 1 Stunde backen. Kurz abkühlen lassen und am besten lauwarm mit Schlagsahne servieren. Ich verabschiede mich jetzt erstmal für ein paar Tage in meinen Geburtstagsurlaub. Guten Appetit und genießt viele goldene Oktobermomente! 🤗 Die Küstencookie-Kalender 2021 warten im -->> Küstencookie-Kalendershop auf Euch. 😊