• Küstencookie

Wolkentraum zum Muttertag: Pavlova mit Rhabarber und Erdbeeren 💕



Pavlova. Immer wieder habe ich von der australischen Spezialität gehört und gelesen. Und irgendwie reizt es mich schon länger dieses (zum Teil) gebackene Dessert von der anderen Seite der Erde einmal auszuprobieren. Heute habe ich endlich Zeit dafür.

Ob die Pavlova nun wirklich in Australien oder eher in Neuseeland erfunden worden ist, ist nicht ganz sicher. Jedenfalls gilt sie "Down Under" als Nationalgericht. Ihren Namen hat die Nachspeise aus Baisermasse, Sahne und Früchten von der berühmten russischen Ballerina Anna Pawlowa, nachdem sie in beiden Ländern Gastauftritte hatte. Ein Küchenchef soll über das Dessert gesagt haben, es sei leicht, wie die Pawlowa. Wie auch immer, leicht und luftig schmeckt diese Köstlichkeit auf jeden Fall und die Kombination aus dem süßen Baiser und säuerlichen Früchten ist traumhaft. 😍

Ich finde, mit den aktuellen Früchten der Saison, nämlich Erdbeeren und Rhabarber, ist die Pavlova genau das richtige zum Muttertag - zumal Ihr kein Mehl für dieses "Träumchen in weiß" braucht. Was die Früchte betrifft, so gibt es keine festen Vorgaben. Säuerliches Obst passt sehr gut, wie beispielsweise Rhabarber (der eigentlich Gemüse ist 😉), Stachelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Passionsfrüchte, wie in Australien und Neuseeland üblich.

Das besondere an der Pavlova ist, dass sie außen zart-knusprig und innen fluffig-weich ist. Und sie ist einfach zubereitet. Lediglich die Backzeit dauert etwas länger.



Ein paar Tipps bekommt Ihr nun noch, dann kann absolut nichts schief geh

  • Das Eiweiß muss Zimmertemperatur haben, dann wird es auch richtig steif.

  • Achtet darauf, dass das Eiweiß absolut rein ist - sprich: klar getrennt, ohne auch nur die winzigste Spur von Eigelb.

  • Wichtig, damit das Eiweiß sich gut schlagen lässt und gelingt, ist eine absolut saubere und fettfreie Schüssel ... ansonsten rührt Ihr bis zum Umfallen, aber das Eiweiß wird niemals steif.

  • Den Zucker wirklich sehr langsam unter Rühren einrieseln lassen, damit er sich auch gut auflösen und mit dem Eiweiß verbinden kann.

  • Essig und Stärke erst ganz zum Schluss zugeben - das Eiweiß muss richtig steif sein.

  • UMLUFT zum Backen einstellen, da die Pavlova bei relativ niedriger Temperatur mehr trocknen als backen soll.

  • Lasst Eure Pavlova im ausgeschalteten Backofen gut eine Stunde abkühlen und öffnet diesen erst danach, damit sie nicht zusammenfällt.

  • Niemals die Ofentür während der Backzeit öffnen, auch wenn es reizt reinzuschnuppern! Aus! Finger weg! Ansonsten fällt Eure Pavlova in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

  • Die Pavlova ist ohne Sahne und Belag in einer gut verschlossenen Dose oder einem Tortenbehälter etwa 3 bis 4 Tage haltbar.

  • Damit der Baiser nicht so schnell durchweicht, empfiehlt sich eine Sahne mit höherem Fettgehalt, z.B. die Schlemmersahne oder Konditorsahne.

  • Wohin mit dem Eigelb? Wenn Ihr das Eigelb nicht gleich verwerten könnt, lässt es sich gut einfrieren: Mit einer Prise Salz verrühren und ab damit in eine Gefrierdose. Das Salz ist wichtig, damit das Eigelb beim Einfrieren nicht geliert. Oder Ihr macht Orange Curd, bzw. Lemon Curd aus dem übrigen Eigelb. Das Rezept findet Ihr in meinem Blogbeitrag "It's Teatime, Mylady: Scones and Orange Curd".

  • Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Den Puderzucker durch kalorienärmere Varianten, wie kristallines Stevia, zu ersetzen, war eine blöde Idee. Mein Versuch blieb, trotz zweistündiger Backofenzeit innen fast flüssig und wurde außen braun.

  • Stücke abzuschneiden, wie bei einer Torte, funktioniert nicht wirklich. Auch das ist meine eigene Erfahrung. Wahrscheinlich hat sich deshalb auch in den Ursprungsländern der Pavlova die Sitte eingebürgert, dass man in geselliger Runde jedem Gast einen Löffel in die Hand gibt und dann wird einfach drauflos gelöffelt und geschlemmt. Für die feinere gesellige Runde empfehle ich Dessertschälchen, wie auf dem Foto oben.


So, Ihr Lieben, und damit Ihr zum Muttertag dieses fluffig-crispe Träumchen backen könnt, gibt's jetzt das Rezept, ganz nach dem Küstencookie-Motto: Nich' lang schnacken - einfach backen!



Pavlova mit Rhabarber und Erdbeeren


Zutaten:

Für die Baisermasse:

6 Eiweiß

1 Prise Salz

350 g Puderzucker

1 Pck. Vanillezucker oder 1/2 Tl Vanilleextrakt

1 Tl Zitronensaft (alternativ: Weißweinessig)

1 Eßl Speisestärke


Für den Belag:

200 g Becher Schlagsahne

1 große Stange Rhabarber

100 ml Sekt (alternativ: Orangensaft)

3 Tl Stärke + 4 Eßl kaltes Wasser

Zucker (Menge nach eigenem Geschmack)

1 Pck. Vanillezucker

250 g Erdbeeren


Für die Deko:

Erdbeeren

Pistazien, gehackt

Hornveilchenblüten


Zubereitung:

Den Backofen auf 130 ° C Umluft (!) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Eiweiße steif schlagen bis die Masse beginnt, dick zu werden. Puderzucker unter Rühren sehr langsam einrieseln lassen. Eischnee weiter schlagen, bis er so steif ist, dass ein Löffel drin stehen bleibt (Foto 1). Speisestärke sieben. Essig und gesiebte Speisestärke vorsichtig unterheben und einmal ganz kurz schlagen. Die Baisermasse sollte gut fest sein und glänzen. Die Baisermasse aufs Backblech geben und zu einem hohen Kreis mit ca. 25 cm Durchmesser auftürmen, wobei Ihr in der Mitte eine kleine Vertiefung lasst (Foto 2). Wer mag, kann mit einem Löffelrücken noch ein paar Muster in den äußeren Rand ziehen, dabei den Löffel rundherum immer von unten nach oben zur Mitte ziehen (Foto 3).

Den Backofen auf 100° C zurückdrehen, die Pavlova in den vorgeheizten Backofen schieben und 75 bis 90 Minuten backen. Den Ofen nach der Backzeit ausschalten, aber geschlossen lassen. Die Pavlova im geschlossenen Backofen gut eine Stunde auskühlen lassen. Dann erst aus dem Backofen nehmen. Auf dem Blech vollständig auskühlen lassen. Dabei entstehen gerne kleine Risse, aber das macht nichts. Ganz vorsichtig vom Backpapier nehmen und auf eine Kuchenplatte setzen.


Für den Belag den Rhabarber putzen, in ca. 2 cm breite Stücke schneiden und in einen kleinen Topf geben. Mit dem Sekt und Vanillezucker aufkochen. Stärke mit dem Wasser glatt rühren, in die kochende Mischung rühren und aufkochen lassen. Etwa 5 Minuten garen, bis der Rhabarber weich, aber noch bissfest. Abkühlen lassen. Dreiviertel der Erdbeeren klein schneiden und zum Rhabarber geben. Unmittelbar vor dem Servieren Schlagsahne steif schlagen und auf die Baisermasse geben. Rhabarber-Erdbeermasse darüber drapieren. Mit den restlichen Erdbeeren, Pistazien und Blüten garnieren.


Habt trotz allem einen schönen Muttertag und bleibt gesund. 💕


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