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Mein Lehmbackofen

Von der Idee bis zum ersten Gebäck

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Alles begann mit Haithabu.

Fasziniert vom Leben der Wikinger, besuche ich regelmäßig das Museum und lerne jedesmal etwas Neues. Als leidenschaftliche Bäckerin faszinierten mich schon immer die Backöfen.

Und schon seit meinem ersten Besuch vor vielen Jahren war für mich klar: eines Tages baue ich einen Wikingerofen!

Dieses Jahr war "eines Tages"! Und nachdem ich mich durch etliche Anleitungen im Internet und in Büchern gelesen habe, ging's los.


Das erste Problem tauchte bei der Materialbeschaffung auf: woher bekomme ich Lehm? Ich wohne in einer vom Meer geprägten, sandigen Gegend. Hier gibt es keinen Lehm. Also musste der bestellt werden. Gott sei Dank waren alle anderen Materialien kostenlos, da sie statt auf dem Müll zu landen, von mir wieder verwertet wurden. Das Stroh brachte mir ein Landwirt aus unserem Dorf.



Das Fundament meines Lehmofens besteht aus alten Mauersteinen und zwei Betonpflanzringen, die ich hintereinander gesetzt habe. So konnte ich ein schickes, kleines Holzlager schaffen.

Lange, alte Fliesen und Trittplatten aus Holz ergaben die Platte, auf der gebaut wurde. Und da ich noch Steine über hatte, bekam mein großer Grill gleich neben dem Ofen auch eine schicke Umrandung.



250kg Lehm, verpackt in Säcken à 25kg, musste der Paketbote bringen und Dank meiner beiden Imker Norbert und Sven kamen die Lehmsäcke auch an Ort und Stelle.

Nach einer "Fortbildung" in Haithabu für meinen Stiefpapi, bekam das Fundament zunächst eine gut 15cm dicke Schicht aus Lehm mit etwas Stroh.



Auf die Lehmschicht legten wir Schamottplatten als Backfläche. Dann durfte das ganze etwas antrocknen.

Die Grundform für den Backofen wurde mit einer Plastikkiste und Sand vorgeformt. Durch die Plastikkiste brauchten wir nicht so viel Sand.

Die fertige Kuppel wurde mit feuchtem Zeitungspapier abgedeckt.



Und endlich begann die Hauptarbeit: der Lehm wurde mit etwas Stroh gemischt.

Nachdem der Bauinspekteur (mein Kater) den Rohbau ordnungsgemäß abgenommen und genehmigt hat, konnte endlich der eigentliche Bau beginnen: Lehmkugel für Lehmkugel wurde aufgeschichtet und mit einer weiteren Lehmschicht geglättet.

Fazit des Tages: ich werde im nächsten Leben bestimmt KEIN Betonmischer.😅

Übrigens: Mein Backofen hat keinen Kamin. Warum? Weil die Wikinger das auch nicht hatten.😁



Nach einem Trocknungstag mussten Sand und Plastikkiste ausgeräumt werden. Große Spannung! Hält alles, wenn wir den Ofen ausräumen? Sorge bereiteten mir nämlich ein paar größere Dehnungsrisse.

Ja, es hat gehalten! Da war doch ganz schön viel Sand drin, trotz Plastikkiste. Die Dehnungsrisse waren auch nur äußerlich und wir haben sie gut ausbessern können. Jetzt war es auch Zeit für die Dämmschicht aus Stroh mit weniger Lehm. Der Türbogen wurde auch noch etwas verfeinert.



Das erste kleine Strohfeuer half, den Ofen von innen etwas besser zu trocknen.

Jetzt kam noch der Lehmputz und die Ofentür wurde eingepasst und ... tadaaa! Mein Lehmbackofen ist fertig.🤗

Die härteste Phase des Ofenbaus begann allerdings erst jetzt. Mit vielem, außer mit Geduld gesegnet, hieß es nun: warten!



Diese schwere Zeit habe ich genutzt, um ein Dach zu bauen, das meinen Lehmbackofen vor Schlagregen schützt. Schließlich will ich viele Jahre Freude an dem Ofen haben.

Um den Trocknungsvorgang zu unterstützen, habe ich etwa alle zwei Tage ein kleines Feuer gemacht und dabei die Feuerungszeit langsam gesteigert, von 30 Minuten bis hin zu drei Stunden. Das trockene und hochsommerliche Wetter der letzten Tage half ebenfalls mit.

Bauinspekteur Marvin hat nochmal alles abgenommen und auch der Belastungsprobe durch Jeannie hielt der Ofen stand.



Und drei Wochen nach Baubeendigung war der große Tag: das erste Mal backen im Lehmofen! Am Wochenende war es endlich soweit! Der Mut hat mich gepackt (und die Reste vom Wikingerkurs) und ich habe das erste Mal im Lehmbackofen gebacken. Was soll ich sagen! Das Ergebnis war grandios lecker! 😋

Die dünnen Fladenbrote aus kräftigem Dinkelvollkornteig mit Schmand, Lauchzwiebeln und Käse waren superknusprig und luftig und das Dinkel-Mischbrot ist der Hammer.

Fazit: Experiment gelungen! 👍😊


Zu guter Letzt gibt's noch die Materialliste:

  • Mauersteine für das Fundament

  • 2 Pflanzringe

  • Alte Fliesen

  • Trittplatten aus Holz

  • Schamottplatte 60x60 cm

  • 200 kg Lehmmörtel (50kg vom bestellten Lehm blieben übrig)

  • Ca. 70 kg Sand

  • Ca. 5 kg Strohhäcksel

  • Zeitungspapier

  • Holzbrett für die Ofentür


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