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Heißwecken

Ein Hochgenuss zu jeder Tageszeit: norddeutsches Traditionsgebäck aus dem Spätmittelalter zur Vorfastenzeit.

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Heute gibt's bei mir ein richtig traditionelles Gebäck aus Norddeutschland: Heißwecken auch Heedewecken, Hedewigs oder Heißewecken genannt. Warum ausgerechnet heute? Nun, diese besonderen Rosinenbrötchen sind seit dem Spätmittelalter bekannt als Gebäck für die Vorfastenzeit. Früher hat man sie besonders an den Tagen vor dem Aschermittwoch gegessen. Passender geht es also zeitlich kaum.

„Heisse Wecken: warm weiß Brodt, welches mit geschmolzener Butter oder aufgekochter Milch, durchgeknetet, und damit, nach alter unartiger Gewohnheit, in der ersten Fasten-Woche der Magen angefüllet wird. Womit nehmlich der alte Aberglaube die Enthaltung vom Fleischessen desto heiliger zu ersetzen gewusst." (aus dem "Idiotikon Hamburgense", 1755)

Die Art und Weise, wie man Heißwecken früher gegessen hat, gab dem Gebäck seinen Namen, ist aber recht ungewöhnlich: In das ofenwarme Gebäck wurde oben ein Loch gebohrt, dann wurde es mit flüssiger Butter oder heißer Milch gefüllt und ausgelöffelt. Das erklärt auch, weshalb Heißwecken recht cross gebacken wurden.

Heutzutage genießt man die köstlichen, etwas flacheren Hefebrötchen einfach so, oder mit Butter bestrichen oder mit frisch geschlagener Sahne und etwas Puderzucker.

Wie auch immer Ihr Heißwecken esst, ofenwarm sind sie einfach am allerbesten. Das wussten auch unsere Ahnen und schickten die Dienerschaft mit einem gut ausgepolsterten Körbchen zum Bäcker, damit die Heißwecken in Kissen und Tücher eingepackt, auch ja warm im Hause ankamen.

Das Einpacken brauchen wir nicht, denn Ihr könnt Heißwecken ganz einfach selber backen. Wie, verrate ich Euch im Rezept und das gibt's wie immer ganz nach dem Küstencookie-Motto: Nich' lang schnacken - einfach backen!



Heißwecken

(Ergibt 10 - 12 Stück)


Das braucht Ihr:

Für den Teig:

  • 250 ml Milch

  • 1 Würfel frische Hefe

  • 3 Esslöffel Zucker

  • 500 g Weizenmehl 550

  • 1 Prise Salz

  • 1 Tl Kardamom

  • 1/2 Tl Zimt

  • 50 g Butter, flüssig

  • 2 Eigelb

  • 100 g Rosinen

Zum Bestreichen:

  • 50 g Butter

Zum Servieren:

  • Schlagsahne

  • Puderzucker

  • frische Butter


So geht's:

  1. Die Milch leicht erwärmen (max. 30 °C).

  2. Hefe und Zucker in die Milch einrühren und gut 10 Minuten gehen lassen.

  3. Alle übrigen Zutaten für den Teig in eine große Schüssel geben.

  4. Hefemilch zugeben und alles solange verkneten, bis der Teig sich als glatte Kugel vom Schüsselrand löst.

  5. Den Hefeteig an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen.

  6. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.

  7. Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

  8. Den Hefeteig nach der Gehzeit in 10 - 12 gleichgroße Stücke teilen.

  9. Die Teigstücke zu Kugeln formen. (Bild 1)

  10. Mit genügend Abstand auf's Backblech legen und flachdrücken. (Bild 2)

  11. Mit flüssiger Butter dünn bestreichen. Die übrige Butter beiseite stellen. (Bild 3)

  12. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 15 Minuten lang goldbraun backen.

  13. Direkt nach dem Backen noch einmal leicht mit Butter einpinseln.

  14. Warm mit Schlagsahne, Puderzucker und frischer Butter servieren.


Viel Spaß beim Backen und guten Appetit.



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